Es gilt Inhalte fachlich zu erarbeiten. Foto: Gruner Gruppe

Damit Produktdaten verglichen und ausgetauscht werden können, müssen sie inhaltlich und formal einheitlich strukturiert sein. CRB will den dafür notwendigen Erarbeitungsprozess in Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern standardisieren.

Durch die Bereitstellung strukturierter Produktinformationen ist ein papierloser und automatisierter Informationsfluss von und zu allen an einem Bauprojekt Beteiligten möglich und somit eine grundlegende Anforderung der «BIM-Methodik» erfüllt. Indem die Strukturierung von Daten vereinbarten Richtlinien genügt, verlangt sie nach einer Standardisierung und erfüllt erst durch diese Standardisierung die Anforderungen von «openBIM».

Neben den technischen Anforderungen an die standardisierte Form muss auch der Inhalt fachlich erarbeitet werden. Dieser umfasst übergeordnete obligatorische Produktangaben, die an die gesetzlichen nationalen und internationalen Anforderungen wie EU-Richtlinien und schweizerische Normen, zum Beispiel das Bauproduktegesetz BauPG, gebunden sind. Daneben gibt es zusätzlich anwenderspezifische Produktdaten, welche für die Projektbeteiligten von Interesse sind. Alle erwähnten Anforderungen müssen inhaltlich so standardisiert werden, dass sie einem Mindestmass an Allgemeingültigkeit entsprechen und somit einen festgelegten Qualitätsstandard sichern.

Das Resultat ist eine standardisierte Strukturvorlage, das Product-Data-Template, kurz PDT. Ein Product-Data-Template ist eine generische (allgemeine, nicht spezifische) Vorlage für ein Produkt. Werden diese Vorlagen mit herstellerspezifischen Informationen ergänzt, entstehen daraus Produktdatenblätter, die sogenannten Product-Data-Sheets, kurz PDS.

Standardisierte Strukturvorlage

Bis anhin wurden Produktinformationen hauptsächlich firmenspezifisch – das heisst mit eigener Struktur und Terminologie – aufbereitet und in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung gestellt. Dies führte dazu, dass Produktvergleiche nur bedingt oder gar nicht möglich waren und der Datenaustausch mit grossem Aufwand verbunden war. Bisweilen werden Produktdaten auch in Formaten erfasst, die keine technische Weiterverarbeitung erlauben, zum Beispiel in Form von PDF-Dateien, Excel-Tabellen oder Word-Dokumenten.

Damit die zahlreichen inhaltlich bis heute noch nicht vollständig definierten fachlichen Anforderungen an strukturierte Produktdaten vereinheitlicht werden können, braucht es einen standardisierten Erarbeitungsprozess. CRB hat sich zum Ziel gesetzt, diesen standardisierten Prozess schweizweit in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit relevanten Marktteilnehmern zu erarbeiten. Dieser Prozess soll nicht nur die inhaltliche Qualität der Produktdaten festlegen und garantieren, sondern auch zu einheitlichen Strukturvorlagen für Produktdaten führen.

Gemeinsam mit namhaften Herstellern aus der Schweiz wurden in den letzten Monaten bereits einige Produktdaten beispielhaft digitalisiert. Nachdem die hierfür notwendigen Arbeitsschritte analysiert und beurteilt waren, haben die für das Projekt Verantwortlichen begonnen, den zu standardisierenden Prozess für die Erstellung von PDS in der Schweiz auszuarbeiten.

Erste Ergebnisse werden an der Swissbau 2018 präsentiert:

  • CRB-Lounge, Halle 1.0 Süd, F25
    Mi, 17.01., 10.00 Uhr
    Standardization of Product Data Templates in Europe
    Lars Fredenlund, CEO coBuilder (in Englisch)
    Do,18.01., 10.00 Uhr
    Information management using building information modelling
    Lars Fredenlund, CEO coBuilder (in Englisch)
    Mi, 17.01. + Do, 18.01., 13.15 Uhr
    Systematik einer modellbasierten Mengenermittlung nach IFC-Schema
    Marc Pancera, Itten+Brechbühl AG
    Do, 18.01., 15.30 Uhr + Fr. 19.01., 14.00 Uhr
    All-In-One – Augmented Reality, BIM, Digitalisierung, Industrie 4.0
    Erich von Ah, Swiss IT-Factory AG
  • Swissbau Focus:
    Freitag, 19. Januar 2018, 12.45 bis 13.45 Uhr Halle 1.0 Süd, Raum 3
    Produktdaten und kostenrelevante Elementeigenschaften im BIM-Modell

www.crb.ch

Die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB bietet seit fast 60 Jahren Dienstleistungen für Baufachleute an. CRB entwickelt und vertreibt Arbeitsmittel zur rationellen, rechtssicheren Leistungsbeschreibung, für ein effizientes und transparentes Kostenmanagement sowie zur besseren Verständigung zwischen Bauherren, Planern, Unternehmern und Zulieferern. Das Natural Colour System NCS ist in der Schweiz exklusiv bei CRB erhältlich.

Zafer Aytekin ist Projektleiter Entwicklung CRB.

Statement

von Dr. Thomas Schmidt

Warum setzen Sie auf eine Zusammenarbeit mit CRB?

Viele unserer Schweizer Produkte beziehen sich auf den Normpositionen-Katalog NPK. Es ist wichtig, das Gesamtbild zu verstehen und den Bauprozess als Ganzes zu betrachten. CRB ist eine bekannte Institution in der Bauplanung und für die Mengenermittlung und damit für uns ein wichtiger Partner für die digitale Planung.

Was sind Ihre nächsten Schritte in diesem Zusammenhang?

Wir werden uns in den Bereichen Materialisierung und Systemlösungen miteinander verständigen und voneinander lernen. Momentan arbeiten wir an einer ganzheitlichen Lösung, um die Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette und für die Analyse der Baudaten zu erfüllen.

Inwiefern profitieren auch kleine Architektur- oder Ingenieurbüros von dieser Entwicklung?

Die Planungsprozesse werden transparenter und effizienter. Das bietet auch kleineren Büros die Möglichkeit, sich entsprechend aufzustellen und zu positionieren. Insbesondere das Variantenstudium mit dem Bauherrn – bevor der eigentliche Bau beginnt – wird an Bedeutung gewinnen.

Dr. Thomas Schmidt ist Key Account Manager bei der Holcim (Schweiz) AG.