Gabrielle Schaffer ist Geschäftsführerin und Partnerin bei der Abeona Business Services + Coaching AG.

Viele verstehen Team als Akronym von «Toll, ein anderer macht’s!». Aber wer den Duden fragt, bekommt folgende Antwort: Ein Team ist «eine Gruppe von Personen, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten» oder eine «Mannschaft». Unternehmen bezeichnen normalerweise eine für einen bestimmten Zweck aus Mitarbeitern zusammengesetzte Arbeitsgruppe als Team. Aber wann wird nun aus einer Arbeitsgruppe ein Team?

Aus eigener Erfahrung in vielen verschiedenen sogenannten Teams weiss ich, dass oft das Gefühl von echtem gemeinsamem Erfolg fehlt. Denn zusammen an einer Aufgabe zu arbeiten, heisst noch lange nicht, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Was in diesen Fällen passiert, ist ein Verlust von Energie und Ressourcen wie Geld, Arbeitsleistung und Motivation. Aber gerade heute, wo in fast allen Unternehmen die Ressourcen knapp sind, ist es elementar, dass einem Team klar ist, wohin die Reise geht, wer für welche Reiseabschnitte verantwortlich ist, wie es ans Ziel gelangt, und wie das Reiseteam zusammenarbeitet. Das geht nicht ohne Kommunikation und Investition in das Team.

Teamförderung ist eine der schwierigsten Aufgaben für einen Teamleader, und Teambuilding bedeutet harte Arbeit. Aber wenn das geschafft ist, dann erwächst daraus ein Team, das engagiert, organisiert, konzentriert, flexibel und somit leistungsfähig ist und seine Kompetenzen und Talente voll einsetzt. Wie wirkungsvoll und leistungsfähig ein Team arbeitet, lässt sich mit dem GRPI-Modell ermitteln:

  • G: «Goals & Objectives»: Gibt es klare Ziele und Zielvorgaben für das Team, die jeder versteht und unterstützt? Diese Ziele müssen mit dem Umfeld des Teams übereinstimmen und S.M.A.R.T. (spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch, terminiert) sein.
  • R: «Roles & Accountabilities»: Hat jedes Teammitglied eine klar definierte Rolle und Zuständigkeit? Hier zeigt eine Kompetenzmatrix, welche Kompetenzen benötigt werden und wer im Team über die jeweilige Fähigkeit verfügt.
  • P: «Processes & Procedures»: Gibt es einen Plan, der Prozesse und Verfahren zeitlich und personengebunden festlegt, um die Ziele zu erreichen? Wichtig ist, dass Teammitglieder effiziente Entscheidungen treffen und sich untereinander austauschen.
  • I: «Interactions»: Wie gut arbeiten die Teammitglieder zusammen? Gemeinsame Spielregeln sowie bestehende Unternehmenswerte und Verhaltensweisen bilden hier die Basis.

Diese Fragen müssen das Unternehmen zusammen mit dem Team bei der Zusammenstellung eines neuen Teams, bei der Planung der ersten Schritte und dann alle drei bis vier Monate als Prüfverfahren klären.

In der Beratung erlebe ich immer wieder, dass sich Teams sofort in die operativen Aufgaben stürzen. Das ist ein Risiko. Konflikte lassen so nicht lange auf sich warten, und das verbrennt nur unnötig Ressourcen und Energie. Zuerst müssen Teamleader Zeit schaffen, um eine gemeinsame Basis für die Teamarbeit zu gestalten. Denn ein gut eingespieltes Team kann diese Zeit im Nachgang schnell kompensieren und bessere Leistungen erzielen. Der Teamleader führt das Team und reagiert auf Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit, Veränderungen in der Zusammensetzung oder neue Herausforderungen. Die Entwicklung von Rahmenstrukturen für effektive Teamarbeit anhand des GRPI-Modells ist dabei kein einmaliger Prozess, sondern eine Daueraufgabe.

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