Zum richtigen Zeitpunkt die richtige währungspolitische Reaktion finden.

Anleger – institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Unternehmen gleichermassen – stehen aktuell in Sachen Währungsmanagement vor einer Reihe von Herausforderungen. Angesichts der wachsenden Komplexität wie auch der erheblichen Ertrags- und Einsparpotenziale wächst das Bedürfnis der Investoren nach einer unabhängigen und transparenten Beratung. 

Gerade bei grösseren Fremdwährungstransaktionen haben schon kleine Differenzen bei den Preiskonditionen grosse Auswirkungen auf die Kosten und somit die Erträge. Dabei ist es vor allem für die kleineren Marktteilnehmer fast unmöglich, den vollen Überblick über die im Markt verfügbaren Angebote zu behalten. Dafür braucht es Spezialisten, die ein Währungsmanagement-Angebot und eine unabhängige Lösung für eine transparente Ausführung von Devisengeschäften entwickeln. Solche Lösungen richten sich vor allem an kleinere und mittelgrosse Pensionskassen, Family Offices und KMU-Verantwortliche. Mit diesem Angebot konnte der Währungsspezialist seinen Kunden schon zu Einsparungen in Millionenhöhe verhelfen. Weitere Herausforderungen, bei denen externe Spezialisten Unterstützung leisten können, sind steigende Absicherungskosten oder die Optimierung von Cash-Beständen. Zwei Themen, die an dieser Stelle vertiefter behandelt werden. 

Gegen steigende Absicherungskosten
Die rekordhohen Absicherungskosten verschärfen für institutionelle Investoren die Herausforderungen bei der Suche nach renditebringenden Anlagen – und die weiterhin divergierende Zinspolitik der Zentral­banken in den USA und Europa verstärkt die Problematik noch zusätzlich. Vor allem Vorsorgeeinrichtungen stehen vor einer fundamentalen Herausforderung: Sollen sie ihre Assets weiter gegen Wechselkursschwankungen absichern – und, wenn ja, wie ist mit den hohen Absicherungskosten umzugehen? Welche Rolle spielen Zinsdifferenzen dabei? 

Grundsätzlich bedingt die Währungsabsicherung, dass die Währung der zugrunde­liegenden ausländischen Anlage über ein Devisentermingeschäft verkauft wird, um deren Auf- oder Abwertung auszugleichen. Die Preisdifferenz zwischen einem Devisentermin- und dem entsprechenden Kassakurs ist in etwa der Unterschied der beiden involvierten Zinssätze. Im Kontext der Währungsabsicherung bedeutet dies, dass jenen Investoren, welche die höherverzinste Währung absichern müssen – im Vergleich zum Zinsniveau der Heimwährung –, Absicherungskosten entstehen. Und dies nicht zu knapp! Für Investoren kann die Währungsabsicherung mit teilweise nicht unerheblichen Kosten verbunden sein, was wiederum die eh schon magere Gesamtperformance im Zeichen der anhaltenden Tiefzinssituation verhagelt. 

Konkret belaufen sich die Absicherungskosten beispielsweise für einen Schweizer-Franken-Investor mit einem Fremdwährungsbestand von 100 Millionen US-Dollar aktuell auf beträchtlichen 3.8 Millionen Schweizer Franken. Dabei war die Situation nicht immer so prekär. Vielmehr haben sich die Zinsdifferenzen in einer historischen Betrachtung über die Zeit hinweg substanziell bewegt (Chart). So war die Periode nach der Finanzkrise und vor der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses eine Phase der relativ sehr tiefen Absicherungskosten. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Zentralbanken damals eine konvergierende Zinspolitik umgesetzt haben. Im Zuge der aktuell divergierenden Zinspolitik sind die Absicherungskosten wieder gestiegen und werden wohl weitersteigen. Wie weit noch?

Die Situation ist sogar schlimmer als vor der Finanzkrise: Ein wesentlicher Unterschied zwischen der aktuellen und der Periode vor der Finanzkrise liegt auch darin, dass das generelle Zinsniveau heute über alle Schuldnerkategorien hinweg viel tiefer ist und entsprechend der negative Effekt der Fremdwährungsabsicherung relativ gesehen viel stärker einschlägt. Somit kommen Investoren nicht umhin, sich dieser Problematik zu stellen. 

Alternative Ansätze für Investoren
Auswirkungen auf Rendite und Risikostruktur ihres Portfolios abzuwägen. Dabei stehen folgende Ansätze zur Disposition:

  1. Anpassung der strategischen Absicherungsquote: Keine Absicherung führt auch zu keinen Absicherungskosten! Damit bleibt jedoch das Währungs­risiko komplett offen, was insbesondere für Investoren, die eine strategische Währungsabsicherung definiert haben, keine Alternative ist. Hingegen
    könnte eine Reduzierung der strate­gischen Absicherungsquote auf Portfolio- oder Anlageebene unter Berück­sichtigung des jeweiligen Rendite-Risiko-Profils des Investors infrage kommen. 
  2. Dynamische Absicherung der Währungsrisiken: Wer sein Währungsrisiko absichern und gleichzeitig eine zusätzliche Rendite auf dem zugrunde­liegenden Währungsrisiko anstreben will, für den kann eine dynamische Absicherung eine geeignete Lösung sein, bei der eine Bandbreite um die strategische Absicherungsquote festgesetzt wirdund der zuständige Currency Overlay Manager eine aktive Währungsstrategie in den vorgegebenen Risiko-Rahmenbedingungen umsetzt. 
  3. Asymmetrische Absicherung via Optionen: Im aktuellen Marktumfeld von sehr tiefen impliziten Volatilitäten bietet sich als Alternative auch der Gebrauch von Optionen an. Deren Kauf ist zwar mit weiteren Kosten ver­bunden, lässt jedoch die Möglichkeit offen, von einer Aufwertung der Fremdwährungspositionen weiter zu profitieren. Je nach Risikoprofil
    des Kunden können solche Ansätze durchaus Sinn machen.
  4. Tenormanagement: Bei der Währungsabsicherung kann auch das aktive Management der Absicherungs­frequenz (ein Monat, drei Monate …) als alternative Strategie in Betracht gezogen. Damit können die Absicherungskosten optimiert werden, mit
    dem potenziellen Risiko von adversen Zinsentwicklungen.

Die divergierende Zinspolitik wird die Diskussion um die Absicherungskosten für Schweizer Investoren noch anheizen. Experten beraten bei der Wahl der passenden Strategie. 

Cash-Bestände optimieren
Eine zweite grosse Herausforderung für Investoren ist der Umgang mit Liquidität. Aufgrund vermeintlich mangelnder Alternativen verfügen vor allem institutionelle Investoren über teilweise grosse Devisen-Cash-Bestände, die bei Banken zu wenig attraktiven Konditionen ihr Dasein fristen. Das Horten von grossen Cash-Beständen mag dem Anleger ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, die Opportunitätskosten sind jedoch hoch. Denn gerade in Zeiten von negativen Realzinsen schmälert die Inflation Jahr für Jahr den Wert des Geldes. Mit einem Optimized Liquidity Management können diese brachliegenden Rendite­potenziale ausgeschöpft werden, ohne dabei die Kreditrisiken zu erhöhen. In einem Multibanken-Umfeld zielt die Strategie auf den Erhalt von Kapital und die Steigerung der kurzfristigen Erträge ab. Das Portfolio Management nutzt die Ineffizienzen bei Währungen, Devisentermingeschäften oder auf dem Geldmarkt strategisch aus. 

Kleines Fazit
Bei der laufenden Optimierung der An­lage­performance sind Investoren gut ­beraten, verstärkt den Blick auf das Währungsmanagement zu legen, wo meist unterschätzte Renditepotenziale schlummern. Unter Berücksichtigung der Risikoparameter des individuellen Anlegers bieten unabhängige Währungsexperten hierbei professionelle Unterstützung.

www.q-cam.com/de

Thomas Suter ist CEO der QCAM
Currency Asset Management AG.